Rachael Young

Archive for January, 2014

Features: Ideas Tap interview

Written on January 31, 2014

"If Only I'd Known" New Zealand-born Rachael Young started out as a cellist but is now a renowned conductor, one of very few women in the profession. Rachael tells Ideas Tap about how finding the right teacher took her in a new direction...

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Features: Interview in Weser Kurier

Written on January 3, 2014

Rachael Young speaks to the Weser Kurier about assisting Paavo Järvi and the situation for female conductors: Frau Young, Sie sind diese Woche bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi zu Gast. Wie kam es zu diesem Kontakt? Rachael Young: Ich habe Paavo Järvi in Estland kennengelernt, als ich an einer Meisterklasse teilgenommen habe. Ich bin gelernte Cellistin, und es war mir klar, wenn ich Dirigentin werden will, brauche ich eine sehr gute Ausbildung. Ich war gleich begeistert von Järvis Arbeitsweise und seiner Interpretation, und dann schlug er mir vor, ihm doch einmal zu assistieren. Was bedeutet das konkret? Ich dirigiere nicht selbst, sondern ich gebe Feedback. Ein Dirigent hat ein ganz bestimmtes Konzept im Kopf von dem Stück, das er dirigiert, aber jede Konzerthalle ist unterschiedlich. Und da der Dirigent nur an einem Ort im Raum sein kann, höre ich mir beispielsweise an, ob die Trompeten strahlend genug sind, wie die Violinen von einem ganz bestimmten Standpunkt aus klingen oder wie die Soli rüberkommen. Sie haben lange als Cellistin gearbeitet, warum haben Sie sich entschlossen, Dirigentin zu werden? Ich war immer schon fasziniert von dem Gesamtklang, den ein Orchester produziert. Vor allem, als ich jünger war, habe ich mich für Peter Tschaikowsky und Johannes Brahms begeistert. Mir war irgendwann klar, dass mir der Anteil, den ich als Musikerin leiste, nicht reicht. Ich hatte immer den Gesamtentwurf für die Aufführung im Kopf und wusste, was ich wie spielen lassen würde. Ich wollte mehr Einfluss nehmen. Damit zählen Sie zur Minderheit der weiblichen Dirigenten. In Deutschland werden von den 131 Kulturorchestern genau zwei von Frauen geleitet, das ist ein Anteil von 1,5 Prozent. Warum ist dieser Beruf so unattraktiv für Musikerinnen? Das ist in einigen Bereichen der Klassik-Branche so – Komponistinnen sind auch immer noch Mangelware. Die Dinge ändern sich sehr langsam, aber sie tun es. Der Dirigentenberuf war lange Zeit dominiert von einem sehr männlich geprägten Bild des großen Meisters, der sich durchsetzt, der den Kurs vorgibt. Frauen in Führungspositionen sind ja auch anderswo immer noch nicht der Normalfall. Beim Dirigieren geht es doch stark darum, dem Publikum musikalische Emotionen zu vermitteln. Das genau gilt doch immer als typisch weiblich . . . Das ist die Ironie an der Sache. Frauen haben zudem die große Stärke, gut kommunizieren zu können, eine Gemeinschaft und Kontakte herzustellen. Und da sehe ich in der Zukunft auch einen Vorteil für Dirigentinnen. Denn auch die Orchestermusiker sind heutzutage viel selbstbewusster als früher und wollen einbezogen werden in die Erarbeitung eines Stücks. Die ordnen sich nicht mehr einfach so autokratischen Dirigenten unter. Das klingt nach einer strahlenden Zukunft für Sie und Ihre Kolleginnen. Haben Sie nicht Angst, dass über Jahrzehnte gewachsene männerbündlerische Netzwerke Sie blockieren könnten? Das glaube ich nicht, und ich habe ja auch Glück: Viele männliche Kollegen haben mir geholfen wie jetzt Paavo Järvi oder dessen Lehrer Leonard Grin, dem ich zuvor bei Konzerten in Südamerika assistieren durfte. Ihre Kollegin und Namensvetterin Simone Young dirigiert gleich nebenan in Hamburg und ist Intendantin der Staatsoper. Haben Sie überlegt, auch bei ihr zu assistieren? Simone und ich kennen uns, aber sie ist auf Oper spezialisiert. Mein Fach und meine große Leidenschaft ist dagegen die sinfonische Musik. Von daher hat das nicht gepasst. Sie haben sich der russischen Dirigierschule verschrieben. Was muss man sich darunter vorstellen? Diese Schule geht zurück auf deutsche Einflüsse Ende des 19. Jahrhunderts und wurde dann in Moskau und St. Petersburg weiterentwickelt. Es geht dabei darum, die Musik, den Sound mit dem ganzen Körper zu spüren. Das betrifft jedes Detail und gleichzeitig die gesamte Ästhetik, von der man sich vorher ein klares Bild gemacht hat. Vergleichbar ist das mit einem Sänger, der seinen Körper einsetzt, um exakte Töne zu produzieren, oder einem Tänzer, der sich mit allen Muskeln auf eine einzelne Pose konzentriert. Eigentlich ist das Dirigieren eine Mischung aus der Arbeit des Sängers und des Tänzers. Bei Dirigenten kommt diese ganzkörperliche Energie dann eben aus den Armen.

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